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Rauchstopp mit nikotinhaltigen E-Zigaretten: Studienlage
Eine sachliche Einordnung zu Cochrane-Daten, Schweizer Forschung, Public Health England, Health Canada und wichtigen Grenzen der Aussagekraft.
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Kurz gesagt
Nikotinhaltige E-Zigaretten werden in der Forschung als mögliche Unterstützung beim Rauchstopp untersucht.
Die Studienlage betrifft erwachsene Raucherinnen und Raucher, nicht Nichtraucher, Jugendliche oder Schwangere.
Der Umstieg weg von Tabakrauch bedeutet nicht automatisch, nikotinfrei zu sein.
Wichtiger Hinweis
Dieser Beitrag richtet sich an erwachsene Raucherinnen und Raucher. Er ersetzt keine medizinische Beratung und ist keine Garantie für einen erfolgreichen Rauchstopp. Wer gesundheitliche Fragen hat oder Medikamente nutzt, sollte den Rauchstopp mit medizinischem Fachpersonal besprechen.
Nikotinhaltige E-Zigaretten werden in der Forschung seit Jahren als mögliche Unterstützung beim Rauchstopp untersucht. Die aktuelle Studienlage zeigt, dass sie erwachsenen Raucherinnen und Rauchern beim vollständigen Umstieg weg von Tabakzigaretten helfen können.
Gleichzeitig bleibt wichtig: E-Zigaretten sind nicht risikofrei und sollten nicht von Nichtrauchern, Jugendlichen oder Schwangeren verwendet werden.
Was sagt die Cochrane-Review?
Die Cochrane-Review zu elektronischen Zigaretten und Rauchstopp fasst viele Studien zusammen. Die Auswertung kommt zum Ergebnis, dass nikotinhaltige E-Zigaretten mehr Menschen helfen können, mindestens sechs Monate nicht zu rauchen, als klassische Nikotinersatzprodukte wie Pflaster oder Kaugummi sowie E-Zigaretten ohne Nikotin.
Laut Cochrane könnten von 100 Personen, die nikotinhaltige E-Zigaretten zum Rauchstopp verwenden, etwa 8 bis 11 Personen erfolgreich mindestens sechs Monate nicht rauchen. Zum Vergleich: Bei Nikotinersatztherapien oder nikotinfreien E-Zigaretten waren es in der Zusammenfassung etwa 6 von 100 Personen.
Kernaussage
Die Kernaussage lautet nicht: “E-Zigaretten sind harmlos.” Die sachliche Aussage lautet: Nikotinhaltige E-Zigaretten können erwachsenen Raucherinnen und Rauchern beim Rauchstopp helfen, sind aber weiterhin Nikotinprodukte.
Können E-Zigaretten beim Rauchstopp helfen?
Für erwachsene Raucherinnen und Raucher können nikotinhaltige E-Zigaretten beim Rauchstopp eine Rolle spielen, wenn sie die Tabakzigarette vollständig ersetzen. Entscheidend ist nicht das Gerät allein, sondern die Kombination aus passender Nikotinstärke, geeignetem Zugverhalten, realistischen Erwartungen und konsequentem Verzicht auf Tabakzigaretten.
Studienübersichten wie Cochrane und Gesundheitsstellen wie die NHS ordnen Nikotin-Vaping als eine mögliche Unterstützung beim Rauchstopp ein. Gleichzeitig gilt: Vaping ist nicht risikofrei, kann abhängig machen und ist nicht für Nichtraucher, Jugendliche oder Schwangere gedacht.
Der Nutzen entsteht durch den vollständigen Rauchstopp. Wer weiter raucht und zusätzlich dampft, reduziert die Belastung durch Tabakrauch nicht im gleichen Umfang wie jemand, der die Tabakzigarette komplett ersetzt.
Was sagt die Schweizer Forschung?
Eine Schweizer Studie unter Leitung der Universität Bern ordnete E-Zigaretten ebenfalls als mögliche Hilfe beim Rauchstopp ein. Gleichzeitig zeigte die Studie einen wichtigen Punkt: Der Umstieg kann das Rauchen von Tabakzigaretten reduzieren oder beenden, führt aber nicht automatisch dazu, dass auch die Nikotinabhängigkeit verschwindet.
Für erwachsene Raucherinnen und Raucher ist dieser Unterschied entscheidend. Ein Rauchstopp bedeutet idealerweise, keine Tabakzigaretten mehr zu konsumieren. Wer danach weiterhin Nikotin über eine E-Zigarette verwendet, hat den Tabakrauch vermieden, ist aber nicht automatisch nikotinfrei.
Tabakrauch vermeiden
Der vollständige Wechsel weg von Tabakzigaretten kann für erwachsene Raucherinnen und Raucher ein relevanter Schritt sein.
Nikotin bleibt relevant
Wer weiterhin Nikotin über E-Zigaretten nutzt, ist nicht automatisch nikotinfrei.
Nicht für Nichtraucher
E-Zigaretten und Nikotinprodukte sind nicht für Nichtraucher, Jugendliche, Schwangere oder Stillende geeignet.
Public Health England 2021: Vaping und Raucherentwöhnung
Public Health England veröffentlichte im Februar 2021 eine weitere Evidenzaktualisierung zu Vaping in England. Der Bericht untersuchte unter anderem die Nutzung von E-Zigaretten bei Erwachsenen, Jugendlichen und die Rolle von Vaping bei Rauchstopp und Rauchreduktion.
Die zentrale Einordnung war: Alternative Nikotinprodukte wie E-Zigaretten können eine Rolle dabei spielen, die grosse gesundheitliche Belastung durch Tabakrauchen zu reduzieren. Gleichzeitig wurde nicht behauptet, dass Vaping risikofrei ist oder für Nichtraucher geeignet wäre.
Für erwachsene Raucherinnen und Raucher ist vor allem der vollständige Ersatz der Tabakzigarette entscheidend. Wer weiter raucht und zusätzlich dampft, bleibt im Dual Use und reduziert die Rauchbelastung nicht im gleichen Umfang wie bei einem kompletten Rauchstopp.
Die heutige NHS-Kommunikation bleibt in dieser Linie: Nikotin-Vaping ist weniger schädlich als Rauchen und eines der wirksamen Hilfsmittel beim Rauchstopp, aber nicht harmlos. Kinder, Jugendliche und Nichtraucher sollten nicht vapen.
Für Vape.ch ist diese Studie deshalb am sinnvollsten als Teil einer grösseren, neutralen Studienübersicht: Vaping kann für erwachsene Raucher beim Umstieg relevant sein, ersetzt aber keine medizinische Beratung und sollte nicht als Lifestyleprodukt für Nichtraucher dargestellt werden.
Kanada: Was sagt Health Canada zu Vaping und Rauchstopp?
Health Canada ordnet Nikotin-Vaping vorsichtig als mögliche Unterstützung für erwachsene Raucherinnen und Raucher ein. Die Behörde schreibt, dass sich die Wissenschaft weiterentwickelt, die Evidenz aber darauf hindeutet, dass Nikotin-Vaping Erwachsenen beim Rauchstopp helfen kann.
Wichtig ist die genaue Formulierung: Health Canada empfiehlt Vaping nicht pauschal für alle. Die Einordnung lautet vor allem: Wenn zugelassene Rauchstoppmethoden bereits versucht wurden und jemand weiterhin raucht, ist der vollständige Wechsel zu Nikotin-Vaping weniger schädlich als weiterzurauchen.
Gleichzeitig warnt Health Canada klar vor Risiken. Nikotin-Vaping kann abhängig machen, kann gesundheitsschädliche Chemikalien enthalten und ist nicht für Jugendliche oder Personen gedacht, die nicht rauchen. Es ist also keine harmlose Lifestyle-Methode.
Für die Einordnung ist ebenfalls wichtig: Nikotin-Vaping-Produkte sind in Kanada nicht als offizielle Rauchstopp-Arzneimittel zugelassen. Kanadische Leitlinien sehen E-Zigaretten deshalb eher als Option in bestimmten Situationen, nicht als erste Standardempfehlung für alle Raucher.
Für Vape.ch passt diese Information am besten in eine neutrale Studienübersicht: Vaping kann für erwachsene Raucher beim vollständigen Ersatz der Tabakzigarette relevant sein, sollte aber nicht als risikofrei, medizinisch garantiert oder für Nichtraucher geeignet dargestellt werden.
Was war die Manila-Erklärung 2022?
Die Manila-Erklärung 2022 wurde im Umfeld des fünften Asia Harm Reduction Forum in Manila veröffentlicht. Sie wurde von Vertretern der Tobacco-Harm-Reduction-Bewegung unterstützt und forderte, risikoärmere Nikotinprodukte wie E-Zigaretten stärker in die Tabakkontrollpolitik einzubeziehen.
Inhaltlich bezog sich die Erklärung auf das WHO-Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs und kritisierte, dass schadensmindernde Alternativen nach Ansicht der Unterzeichner zu wenig berücksichtigt würden. Solche Erklärungen sind jedoch keine medizinische Leitlinie und kein Ersatz für unabhängige Studienbewertungen.
Für die Einordnung ist wichtig: Tobacco Harm Reduction ist ein kontrovers diskutiertes Feld. Es gibt Gesundheitsstellen, die den vollständigen Umstieg erwachsener Raucher auf Vaping als weniger schädlich als Weiterrauchen einordnen. Gleichzeitig warnen WHO-orientierte Akteure und Tabakkontrollorganisationen vor Nikotinabhängigkeit, Jugendkonsum, Industrieeinfluss und unzureichender Langzeitdatenlage.
Für Vape.ch sollte diese Erklärung deshalb nicht als eigenständige Werbe- oder Beweis-Seite genutzt werden. Sinnvoller ist eine nüchterne Einordnung innerhalb einer grösseren Studien- und Rauchstopp-Seite: Vaping ist nicht harmlos, kann aber für erwachsene Raucher beim vollständigen Ersatz der Tabakzigarette ein anderes Risikoprofil haben.
Weltweit mehr Dampfer: Was sagen aktuelle Schätzungen?
Die Global State of Tobacco Harm Reduction schätzte die weltweite Zahl der Vaper für 2021 auf rund 82 Millionen. In der neueren 2024-Auswertung wurde die Zahl für 2023 auf rund 114 Millionen geschätzt. Diese Werte zeigen, dass Nikotin-Vaping international deutlich sichtbarer geworden ist.
Solche Zahlen sollten jedoch vorsichtig eingeordnet werden. Ein Anstieg ist aus Sicht der Schadensminderung nur dann positiv zu bewerten, wenn erwachsene Raucherinnen und Raucher vollständig von Tabakzigaretten auf weniger schädliche Alternativen wechseln. Ein Anstieg bei Jugendlichen oder Nichtrauchern ist dagegen kein positives Signal.
Programme wie das britische “Swap to Stop” haben die öffentliche Diskussion zusätzlich geprägt. Die britische Regierung kündigte 2023 an, bis zu eine Million Raucherinnen und Raucher mit Vape-Starterkits beim Rauchstopp zu unterstützen. Solche Programme sind aber an Beratung, Zielgruppe und Rauchstopp-Kontext gebunden, nicht an einen allgemeinen Lifestyle-Konsum.
Für die Schweiz und für Vape.ch ist deshalb die nüchterne Einordnung wichtig: Vaping ist nicht für Nichtraucher, Jugendliche oder Schwangere gedacht. Für erwachsene Raucher kann der vollständige Umstieg auf die E-Zigarette ein anderes Risikoprofil haben als weiterzurauchen, sollte aber nicht mit verharmlosender Werbung oder pauschaler Euphorie dargestellt werden.
Die Aussage “mehr Dampfer weltweit” ist also allein noch keine SEO-starke oder medizinisch relevante Botschaft. Relevant ist die Frage, ob weniger Menschen rauchen, ob Erwachsene vollständig umsteigen und ob Jugendschutz und Produktsicherheit eingehalten werden.
Für wen ist diese Information relevant?
Die Studienlage ist vor allem für erwachsene Personen relevant, die bereits rauchen und nach einer Alternative oder Unterstützung beim Rauchstopp suchen.
Sie ist nicht als Einstiegsempfehlung für Nichtraucher zu verstehen. Für Jugendliche, Schwangere, Stillende und Nichtraucher sind E-Zigaretten nicht geeignet.
Was ist beim Rauchstopp wichtig?
1
Das Ziel sollte sein, Tabakzigaretten vollständig zu ersetzen, nicht dauerhaft beides parallel zu nutzen.
2
Die passende Nikotinstärke kann helfen, Rückfälle zur Zigarette zu vermeiden.
3
Ein klarer Plan ist sinnvoller als ein unkontrollierter Wechsel zwischen Rauchen und Dampfen.
4
Bei gesundheitlichen Fragen, Schwangerschaft oder Medikamenten sollte medizinische Beratung eingeholt werden.
5
Langfristig kann auch eine Reduktion der Nikotinstärke ein Ziel sein, sofern dies individuell passt.
Was bedeutet das für Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz?
In der Schweiz sind E-Zigaretten regulierte Produkte. Seit dem Tabakproduktegesetz gelten Anforderungen zu Jugendschutz, Abgabe, Werbung, Kennzeichnung und Produktinformationen. Erwachsene Raucherinnen und Raucher sollten deshalb auf seriöse Händler, korrekte Produktinformationen und passende Beratung achten.
Fazit
Die aktuelle Studienlage spricht dafür, dass nikotinhaltige E-Zigaretten erwachsenen Raucherinnen und Rauchern beim Rauchstopp helfen können. Die Aussage muss aber sauber eingeordnet werden: E-Zigaretten sind keine risikofreien Lifestyle-Produkte, keine Empfehlung für Nichtraucher und keine Garantie für einen nikotinfreien Alltag.
Für viele erwachsene Raucher kann der vollständige Wechsel weg von Tabakzigaretten jedoch ein relevanter Schritt sein.
Häufige Fragen
Helfen nikotinhaltige E-Zigaretten beim Rauchstopp?
Die Cochrane-Review zeigt, dass nikotinhaltige E-Zigaretten erwachsenen Raucherinnen und Rauchern häufiger beim Rauchstopp helfen können als Nikotinersatztherapien oder nikotinfreie E-Zigaretten.
Was sagt Public Health England zu Vaping und Rauchstopp?
Public Health England ordnete Vaping als mögliches Instrument ein, um die gesundheitliche Belastung durch Tabakrauchen zu reduzieren. Entscheidend bleibt der vollständige Ersatz der Tabakzigarette.
Was sagt Health Canada zu Vaping?
Health Canada beschreibt den vollständigen Wechsel zu Nikotin-Vaping für erwachsene Raucher als weniger schädlich als Weiterrauchen, wenn andere zugelassene Rauchstoppmethoden bereits versucht wurden und weiterhin geraucht wird.
Was war die Manila-Erklärung 2022?
Die Manila-Erklärung 2022 war eine Erklärung aus dem Umfeld der Tobacco-Harm-Reduction-Bewegung. Sie ist keine medizinische Leitlinie, sondern sollte als Position einer bestimmten Interessengruppe eingeordnet werden.
Bedeutet mehr Vaping weltweit automatisch weniger Rauchen?
Nein. Steigende Vaping-Zahlen sind nur dann positiv einzuordnen, wenn erwachsene Raucher vollständig von Tabakzigaretten wegkommen. Vaping bei Jugendlichen oder Nichtrauchern ist kein positives Signal.
Ist man nach dem Umstieg automatisch nikotinfrei?
Nein. Der Umstieg kann helfen, Tabakzigaretten zu vermeiden, bedeutet aber nicht automatisch, dass die Nikotinabhängigkeit beendet ist.
Sind E-Zigaretten für Nichtraucher geeignet?
Nein. E-Zigaretten und Nikotinprodukte sind nicht für Nichtraucher, Jugendliche, Schwangere oder Stillende geeignet.
Quellen und weitere Informationen
Universität Bern: Vapes help to stop smoking, but not necessarily stop using nicotine
GOV.UK / Public Health England: Vaping in England: 2021 evidence update summary
Health Canada: Vaping and quitting smoking
Global State of Tobacco Harm Reduction: Global State of THR 2024
Philippine News Agency: Group calls on gov't to support drive vs. tobacco
Schweizer Rauchstopp-Unterstützung: stopsmoking.ch

