Vape.ch E-Zigaretten Ratgeber
Die wichtigsten Studien zur E-Zigarette im Überblick
Was sagen Cochrane, NASEM, britische Reviews, WHO und Schweizer Fachstellen wirklich über E-Zigaretten, Rauchstopp, Risiken und Jugendkonsum?
E-Zigaretten Studien Rauchstopp Schadensminderung Schweiz
Kurz gesagt
Nikotinhaltige E-Zigaretten können Rauchern beim Rauchstopp helfen.
Im Vergleich zur Tabakzigarette gilt Vaping als deutlich weniger schädlich, aber nicht harmlos.
Für Jugendliche und Nichtraucher ist Vaping kein sinnvoller Einstieg.
Studien zur E-Zigarette wirken oft widersprüchlich, weil sie unterschiedliche Fragen untersuchen: Rauchstopp, Schadstoffbelastung, Langzeitrisiken, Jugendkonsum oder Public Health. Dieser Überblick trennt die wichtigsten Studiengruppen und ordnet sie für erwachsene Leser:innen in der Schweiz ein.
Kurzantwort für Eilige
Wenn du nicht rauchst, solltest du nicht mit dem Vapen anfangen. E-Zigaretten sind ausschliesslich für erwachsene Raucher gedacht und in der Schweiz ab 18 Jahren bestimmt.
Rauchstopp
Es gibt gute Hinweise, dass nikotinhaltige E-Zigaretten vielen Rauchern beim Aufhören besser helfen als klassische Nikotinersatzprodukte.
Risiko
Vapen gilt im Vergleich zur Tabakzigarette als wahrscheinlich deutlich weniger schädlich – aber es ist klar: nicht harmlos.
Jugendliche
Internationale Organisationen schlagen Alarm, vor allem wegen stark steigender Nutzung bei Jugendlichen.
Schweiz
Rauchen geht leicht zurück, Vaping ist im Alltag angekommen; Fachstellen sehen Chancen für Raucher, warnen aber vor Jugendkonsum.
Warum wirken Studien zur E-Zigarette so widersprüchlich?
Wenn du zu E-Zigaretten googelst, findest du Schlagzeilen von «95 % weniger schädlich» bis «massive Gesundheitsgefahren». Der Grund: Es gibt sehr unterschiedliche Fragestellungen.
Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?
Wie schädlich ist das Aerosol im Vergleich zu Tabakrauch?
Was passiert auf Bevölkerungsebene, vor allem bei Jugendlichen?
Studien von 2014 untersuchen andere Produkte als Studien von 2024.
Langzeitdaten über Jahrzehnte gibt es naturgemäss noch nicht.
Darum ist es sinnvoll, die wichtigsten Studiengruppen getrennt zu betrachten.
1. Studien zur Rauchstopp-Wirksamkeit
1.1 Cochrane-Reviews: Goldstandard für Rauchstopp-Daten
Die Cochrane Collaboration wertet regelmässig hochwertige Studien zum Rauchstopp mit E-Zigaretten aus. Die aktuellen Auswertungen kommen zu klaren Kernaussagen.
Mehr Rauchstopp-Erfolg
Nikotinhaltige E-Zigaretten helfen mehr Rauchern beim dauerhaften Rauchstopp als Nikotinersatzmittel, nikotinfreie E-Zigaretten oder nur Beratung.
Langfristige Abstinenz
In einer grossen Analyse lag die langfristige Abstinenz ungefähr bei 14 von 100 Rauchern mit E-Zigarette gegenüber ca. 6 von 100 ohne wirksame Hilfsmittel.
1.2 Was bedeutet das für dich?
Wenn du stark rauchst und schon mehrere Aufhörversuche hinter dir hast, sind E-Zigaretten laut aktueller Daten eine der effektivsten verfügbaren Rauchstopp-Hilfen – vorausgesetzt, du stellst komplett um und rauchst nicht parallel weiter.
Sie sind kein Wundermittel, erhöhen aber deine Chance, wirklich von der Tabakzigarette wegzukommen.
2. Studien zu gesundheitlichen Risiken und Schadstoffbelastung
2.1 National Academies: «Public Health Consequences of E-Cigarettes»
Ein sehr einflussreicher Bericht stammt von den National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (NASEM, 2018). Die wichtigsten Aussagen:
Hohe Sicherheit: E-Zigaretten setzen deutlich weniger und meist niedrigere Mengen toxischer Stoffe frei als Tabakzigaretten.
Mittlere Sicherheit: E-Zigaretten können kurzfristige Effekte auf Herz-Kreislauf-System und Atemwege haben.
Noch unklar: Langzeitrisiken über viele Jahre, etwa Krebsrisiko, sind noch nicht ausreichend erforscht.
2.2 Britische Reviews
Mehrere grosse Reviews aus Grossbritannien, unter anderem von Public Health England, OHID und dem Royal College of Physicians, kommen in eine ähnliche Richtung.
Im Vergleich zur Tabakzigarette ist das Risiko vermutlich deutlich geringer, vor allem weil kein Verbrennungsprozess stattfindet und deutlich weniger Verbrennungsprodukte wie Teer und Kohlenmonoxid entstehen.
Trotzdem gibt es eine Exposition gegenüber Nikotin, feinen Partikeln und verschiedenen Chemikalien. E-Zigaretten werden nicht für Nichtraucher oder Jugendliche empfohlen.
2.3 Was sagen die Erkenntnisse aus England?
England wird in der Diskussion um E-Zigaretten häufig zitiert, weil britische Gesundheitsstellen Vaping für erwachsene Raucher seit Jahren als mögliche Unterstützung beim Rauchstopp einordnen. Die zentrale Aussage lautet nicht, dass Dampfen harmlos ist, sondern dass es für erwachsene Raucher weniger schädlich ist als weiterzurauchen, wenn die Tabakzigarette vollständig ersetzt wird.
Die englische Evidenzbewertung von 2022 kam zum Schluss, dass Nikotin-Vaping im kurzen bis mittleren Zeitraum nur einen kleinen Bruchteil der Risiken des Rauchens aufweist. Gleichzeitig wurde klar betont, dass Vaping nicht risikofrei ist und nicht für Kinder, Jugendliche oder Nichtraucher gedacht ist.
Für die Schweiz bedeutet das keine automatische Übernahme britischer Politik. Die Einordnung ist aber relevant, weil sie den Unterschied zwischen Tabakverbrennung und E-Zigaretten-Aerosol erklärt. Beim Rauchen entstehen Teer, Kohlenmonoxid und zahlreiche giftige Verbrennungsprodukte. Beim Dampfen wird kein Tabak verbrannt, trotzdem können Nikotin, PG/VG, Aromen und weitere Stoffe inhaliert werden.
Seriös ist deshalb eine ausgewogene Aussage: Für erwachsene Raucher kann der vollständige Umstieg auf die E-Zigarette deutlich weniger schädlich sein als weiterzurauchen. Für Nichtraucher, Jugendliche und Schwangere ist Vaping keine sinnvolle oder harmlose Option.
2.4 E-Zigaretten und Gesundheit: Was weiss man?
E-Zigaretten erhitzen eine Flüssigkeit und erzeugen ein Aerosol, das inhaliert wird. Sie enthalten keinen Tabak und erzeugen keinen klassischen Tabakrauch. Das ist der zentrale Unterschied zur Tabakzigarette.
Gesundheitsstellen wie NHS und GOV.UK ordnen Nikotin-Vaping für erwachsene Raucherinnen und Raucher als weniger schädlich als Rauchen ein, wenn die Tabakzigarette vollständig ersetzt wird. Gleichzeitig betonen sie klar: Vaping ist nicht risikofrei und die langfristigen Folgen sind noch nicht vollständig bekannt.
Das BAG beschreibt E-Zigaretten ebenfalls vorsichtig. E-Zigaretten enthalten keinen Tabak, erzeugen aber nikotinhaltige Aerosole. Laut BAG können diese Produkte Risiken für Lunge und Herz-Kreislauf-System erhöhen, und einige erzeugte Stoffe sind krebserregend.
Die frühere “95 Prozent weniger schädlich”-Formulierung aus England sollte heute nicht als isolierter Werbesatz genutzt werden. Seriöser ist die Einordnung: Vaping ist für erwachsene Raucher wahrscheinlich deutlich weniger schädlich als Weiterrauchen, aber nicht harmlos, nicht für Nichtraucher gedacht und nicht frei von Unsicherheiten.
Für vape.ch sollte die Aussage deshalb nüchtern bleiben: Der gesundheitliche Nutzen entsteht nicht durch zusätzliches Dampfen, sondern durch den vollständigen Ersatz der Tabakzigarette. Dual Use, Jugendkonsum und verharmlosende Kommunikation sind klar zu vermeiden.
2.5 Gibt es Metalle im Dampf von E-Zigaretten?
Ja. Studien haben gezeigt, dass im Aerosol von E-Zigaretten Metalle nachweisbar sein können. Dazu gehören unter anderem Nickel, Chrom, Blei und andere Elemente. Die Quelle kann je nach Gerät unter anderem bei Coil, Heizdraht, Lötstellen, Metallteilen, Gerätekonstruktion oder Nutzungstemperatur liegen.
Das bedeutet nicht, dass jede E-Zigarette gleich stark belastet ist. Die Konzentration hängt stark vom Gerätetyp, der Leistung, dem Zustand der Coil, der Liquidzusammensetzung, der Nutzung und der Produktqualität ab. Studien zeigen, dass offene Systeme, Pods und Einweggeräte unterschiedliche Metallwerte erzeugen können.
Wichtig ist die Einordnung: E-Zigaretten verbrennen keinen Tabak und erzeugen daher keinen klassischen Tabakrauch. Trotzdem ist das Aerosol nicht einfach Wasserdampf. Es kann neben Nikotin, PG/VG und Aromen auch unerwünschte Stoffe wie Aldehyde, reaktive Sauerstoffverbindungen und Metalle enthalten.
Das BAG nennt in seinen Informationen zu E-Zigaretten ebenfalls Metalle wie Nickel, Chrom und Blei als nachgewiesene Stoffe im Aerosol. Auch neuere Untersuchungen zu bestimmten Einweg-E-Zigaretten zeigen, dass einzelne Produkte auffällig hohe Metallkonzentrationen freisetzen können.
Die nüchterne Schlussfolgerung lautet: Metalle im Aerosol sind ein reales Thema und ein Grund, E-Zigaretten nicht als harmlos darzustellen. Für erwachsene Raucher kann der vollständige Umstieg dennoch ein anderes Risikoprofil haben als weiterzurauchen. Für Nichtraucher, Jugendliche und Schwangere gibt es keinen sinnvollen Grund, mit dem Dampfen zu beginnen.
2.6 Was sagen Langzeitstudien zur E-Zigarette?
Eine häufig zitierte Langzeituntersuchung von Polosa und Kollegen begleitete regelmässige E-Zigaretten-Nutzer, die zuvor nie geraucht hatten, über 3,5 Jahre. In dieser kleinen Beobachtungsstudie wurden keine relevanten Verschlechterungen bei Lungenfunktion, Atemwegssymptomen oder hochauflösender Lungenbildgebung festgestellt.
Diese Studie ist interessant, aber sie ist kein endgültiger Sicherheitsbeweis. Die untersuchte Gruppe war klein, relativ jung und die Beobachtungszeit begrenzt. Die Autoren selbst hielten fest, dass spätere gesundheitliche Schäden nicht ausgeschlossen werden können.
Deshalb sollte man solche Ergebnisse nicht als Werbeaussage verwenden. Seriös ist die Einordnung: Es gibt Studien, die bei bestimmten Nutzergruppen über einige Jahre keine klaren Lungenschäden zeigen. Gleichzeitig ist die langfristige Datenlage weiterhin begrenzt, besonders für sehr lange Konsumdauer, verschiedene Gerätetypen, hohe Leistung, Einweggeräte und unterschiedliche Liquids.
Das BAG formuliert entsprechend vorsichtig: Nach heutigem Kenntnisstand enthalten E-Zigaretten weniger Schadstoffe als herkömmliche Zigaretten, die langfristigen Folgen des Konsums sind aber noch weitgehend unbekannt. Zudem kann die Nikotinabhängigkeit bestehen bleiben.
Die richtige Schlussfolgerung lautet deshalb nicht: E-Zigaretten sind harmlos. Für erwachsene Raucher kann ein vollständiger Umstieg ein anderes Risikoprofil haben als weiterzurauchen. Für Nichtraucher, Jugendliche und Schwangere gibt es jedoch keinen sinnvollen Grund, mit dem Dampfen zu beginnen.
2.7 Wie ordnest du das ein?
Wenn du sonst weiterrauchen würdest, ist ein vollständiger Umstieg auf die E-Zigarette wahrscheinlich deutlich weniger schädlich.
Wenn du gar nicht rauchst, würdest du dir durch Vapen zusätzliche Risiken und eine mögliche Nikotinsucht einhandeln – völlig unnötig.
3. Studien zu Jugendkonsum und Public Health
3.1 WHO und globale Trends
Die WHO warnt in aktuellen Berichten deutlich vor der zunehmenden Verbreitung von E-Zigaretten, insbesondere bei Jugendlichen.
Schätzungen gehen inzwischen von über 100 Millionen Nutzern weltweit aus, darunter mindestens 15 Millionen Jugendliche im Alter von 13–15 Jahren.
In Ländern mit verfügbaren Daten sind Jugendliche im Schnitt deutlich häufiger Vaper als Erwachsene.
Es besteht die Befürchtung einer neuen Welle der Nikotinabhängigkeit.
3.2 Warum diese Perspektive wichtig ist
Für erwachsene Raucher kann Vaping ein Werkzeug zum Rauchstopp sein.
Für Jugendliche und Nichtraucher ist die E-Zigarette aus Public-Health-Sicht ein Problem, kein Nutzen.
4. Daten und Studienlage in der Schweiz
4.1 Schweizer Konsumzahlen
Laut offiziellen Schweizer Erhebungen rauchten 2022 rund ein Viertel der Bevölkerung ab 15 Jahren. Der Anteil ist in den letzten Jahren leicht rückläufig.
4.2 Schweizer Fachstellen zu E-Zigaretten
Schweizer Fachorganisationen und Factsheets zu E-Zigaretten betonen mehrere Punkte.
E-Zigaretten sind sehr unterschiedliche Produkte mit grossen Unterschieden bei Nikotinabgabe und Schadstoffen.
Sie können eine Rolle in der Schadensminderung für Raucher spielen.
Gleichzeitig werden sie als öffentliches Gesundheitsproblem gesehen, vor allem wegen Jugendkonsum, einfacher Verfügbarkeit und früher Nikotinabhängigkeit.
4.3 Rechtlicher Rahmen in der Schweiz
In der Schweiz gilt: Abgabe und Bewerbung von E-Zigaretten nur für Erwachsene ab 18 Jahren. Werbung auf der eigenen Website ist grundsätzlich möglich, es gelten aber Jugendschutzvorgaben und teils kantonale Regeln.
Hinweis: Für verbindliche Rechtsauskünfte solltest du immer aktuelle Gesetzestexte oder eine Fachperson im Recht konsultieren.
5. Was heisst das praktisch für dich?
Wenn du aktuell rauchst
Ein kompletter Umstieg auf die E-Zigarette kann dein Risiko im Vergleich zum Weiterrauchen deutlich senken.
E-Zigaretten erhöhen deine Chance, dauerhaft mit Tabak aufzuhören.
Wenn du nicht rauchst
Die Studienlage bietet keinen Grund, mit dem Vapen anzufangen.
Finger weg, wenn du kein Raucher bist.
1
Vollständiger Wechsel von der Zigarette zur E-Zigarette.
2
Mittelfristig schrittweise Reduktion des Nikotingehalts.
3
Langfristig – wenn möglich – komplett nikotinfrei werden.
6. Übersicht: wichtige Studien und Reviews
Rauchstopp
Cochrane Review «Electronic cigarettes for smoking cessation» · 2023–2025
Nikotinhaltige E-Zigaretten erhöhen die Erfolgsquote beim Rauchstopp im Vergleich zu Nikotinersatz und keiner Hilfe.
Public Health gesamt
NASEM «Public Health Consequences of E-Cigarettes» · 2018
Weniger toxische Stoffe als Tabakrauch, aber offene Langzeitrisiken und klare Sorgen bezüglich Jugendkonsum.
Schadensminderung
Public Health England / OHID Evidence-Reviews · 2015–2022
Vaping ist wahrscheinlich deutlich weniger schädlich als Rauchen, aber nicht für Nichtraucher empfohlen.
Metalle im Aerosol
Olmedo et al. «Metal Concentrations in e-Cigarette Liquid and Aerosol Samples» · 2018
Metalle wie Nickel, Chrom und Blei können im Aerosol nachweisbar sein; Gerät, Coil und Nutzung beeinflussen die Werte.
Langzeitbeobachtung
Polosa et al. «Health impact of E-cigarettes» · 2017
Eine kleine 3,5-Jahres-Beobachtungsstudie ohne klare Lungenschäden, aber ohne endgültigen Langzeit-Sicherheitsbeweis.
Internationale Public Health
WHO-Berichte zu E-Zigaretten und globale Tabaktrends · 2023–2025
Stark steigender Jugendkonsum, offene Langzeitrisiken und Empfehlung für strengere Regulierung.
Schweiz
Daten von Bundesstellen und ENDS-Factsheets · 2022–2024
Rauchen nimmt leicht ab, Vaping verbreitet sich; Chancen für Ausstieg, gleichzeitig Sorge um Jugendliche.
7. FAQ – Häufige Fragen zu Studien über E-Zigaretten
Sind E-Zigaretten «95 % weniger schädlich»?
Die Zahl stammt aus frühen britischen Einschätzungen und ist kein exakter wissenschaftlicher Wert. Der aktuelle Konsens lautet: deutlich weniger schädlich als Rauchen, aber nicht risikofrei und mit offenen Langzeitfragen.
Was sagen die Erkenntnisse aus England?
Britische Evidenzbewertungen ordnen Nikotin-Vaping für erwachsene Raucher als deutlich weniger schädlich als Rauchen ein, wenn die Tabakzigarette vollständig ersetzt wird. Gleichzeitig gilt: Vaping ist nicht risikofrei und nicht für Nichtraucher oder Jugendliche gedacht.
Helfen E-Zigaretten wirklich beim Aufhören?
Ja. Grosse Meta-Analysen zeigen, dass nikotinhaltige E-Zigaretten mehr Raucher dauerhaft rauchfrei machen als viele andere Hilfsmittel.
Gibt es Metalle im Dampf von E-Zigaretten?
Ja. Studien und BAG-Informationen nennen Metalle wie Nickel, Chrom und Blei im Aerosol von E-Zigaretten. Die Werte hängen stark von Gerät, Coil, Leistung, Liquid und Nutzung ab.
Was sagen Langzeitstudien zur E-Zigarette?
Es gibt einzelne Beobachtungsstudien über mehrere Jahre, aber keine endgültige Langzeit-Sicherheit über Jahrzehnte. Deshalb sollten E-Zigaretten nicht als harmlos dargestellt werden.
Wie gefährlich ist Nikotinsalz?
Nikotinsalz sorgt vor allem für eine schnellere, sanfter empfundene Nikotinaufnahme – besonders in höheren Stärken. Das macht das Vapen für starke Raucher oft angenehmer, kann aber das Abhängigkeitspotenzial erhöhen, vor allem bei unerfahrenen Nutzern und Jugendlichen.
Langzeitdaten speziell zu Nikotinsalz sind noch begrenzt, daher gilt aus Vorsicht: Nur für erwachsene, informierte Ex-Raucher oder Umsteiger.
Ist Vapen für Jugendliche weniger schlimm als Rauchen?
Aus Sicht von WHO, Fachgesellschaften und Schweizer Fachstellen ist die Antwort klar: Nein, es ist kein harmloser Spass.
Es besteht Nikotinsucht-Risiko, mögliche Auswirkungen auf das sich entwickelnde Gehirn sind ein Thema und Langzeitfolgen sind noch unklar. Darum gilt: In der Schweiz ist Vapen ab 18 – und Jugendliche sollten weder rauchen noch vapen.
Welche Position ist «richtig» – pro oder kontra E-Zigarette?
Die seriöse Antwort liegt in der Mitte: Für erwachsene Raucher können E-Zigaretten ein Werkzeug zur Schadensminderung und zum Rauchstopp sein, wenn sonst weitergeraucht würde. Für Nichtraucher und Jugendliche sind E-Zigaretten ein zusätzliches Gesundheits- und Suchtproblem ohne Nutzen.
8. Fazit
Die beste Option für deine Gesundheit bleibt immer: gar nicht rauchen, gar nicht vapen.
Wenn du aber aktuell rauchst und es ohne Hilfe nicht schaffst, zeigt die Studienlage ziemlich klar: Ein vollständiger Umstieg auf regulierte E-Zigaretten kann dein Risiko gegenüber dem Weiterrauchen vermutlich deutlich senken. Je weniger Nikotin du langfristig brauchst, desto besser.
Erwachsene Raucher – sinnvoll als Ausstiegshilfe. Nichtraucher und Jugendliche – ganz klar nein.
Grundsatz
Erwachsene Menschen entscheiden eigenständig, sollten aber immer über die möglichen Auswirkungen des Konsums nachdenken und sich darüber bewusst sein.
Der Autor
Jürgen hat sich seit vielen Jahren mit dem gesamten Thema rund um das Dampfen und Vapen auseinandergesetzt. Speziell auch die jeweils aktuellen Studien waren dabei für ihn sehr interessant. Hier fasst er nun diese Studien zusammen und beleuchtet die Lage sachlich und fachlich korrekt, ohne die E-Zigarette in den Himmel zu heben oder zu verteufeln – einfach neutral nach dem aktuellen Wissensstand.
Hinweis
Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung und stellt keine Rechtsberatung dar. In der Schweiz sind E-Zigaretten ausschliesslich für Erwachsene ab 18 Jahren bestimmt.
Quellen und weitere Informationen
OHID / GOV.UK: Nicotine vaping in England: 2022 evidence update
Olmedo et al. 2018: Metal Concentrations in e-Cigarette Liquid and Aerosol Samples
Polosa et al. 2017: Health impact of E-cigarettes: a prospective 3.5-year study

